Udo Pfistner – Auslandshilfe

Acht Jahre lang hat Udo Pfistner (49) aus Freiburg-Opfingen in der ukrainischen Stadt Lemberg gelebt. Dafür hat er Ende der 90er-Jahre seine Beamtenstelle beim Freiburger Jugendamt aufgegeben. In der Ukraine hat er zuerst von seinen Ersparnissen gelebt und kurze Zeit später als Angestellter für das Deutsche Rote Kreuz gearbeitet.

„Ich habe diesen Schritt, nicht nur als Tourist, sondern voll und ganz in der Ukraine zu leben, nie bereut“, sagt Pfistner, der in der Region Lemberg (Westukraine) mit Kollegen vom Ukrainischen Roten Kreuz Strukturen aufgebaut hat, wie man sie im Deutschen Roten Kreuz kennt: Seniorennachmittage, Fundraising und insgesamt eine funktionierende DRK-Arbeit.

Viel bewegt hat sich seither auch in den badischen Ortsvereinen. Viele sind – inspiriert von Udo Pfistner – langjährige Partnerschaften mit ukrainischen Kommunen und Einrichtungen eingegangen. So wurden zum Beispiel Krankenschwestern ausgebildet und ein Schuster aus Pfaffenweiler hat kurz vor Beginn seines Ruhestands seine Maschinen und Werkzeuge in die Ukraine gespendet, wo sie noch lange Jahre wertvolle Dienste leisteten.

Natürlich waren die acht Jahre in der Lemberg für Udo Pfistner hin und wieder auch beschwerlich. So gab es nur zwischen 6 und 9 Uhr abends fließendes Wasser zum Duschen und die Bürokratie war oft unerträglich langsam. Zwar hätten die dortigen Beamten mit ein paar Geldscheinen schneller gearbeitet, aber Bestechung, wenngleich nur in kleinem Maße, kam für Pfistner überhaupt nicht in Frage. „Das wäre ein fatales Signal für die ukrainischen Rotkreuz-Kollegen gewesen“, meinte er.

Als große Chance sieht Pfistner die Fußball-Europameisterschaft, die 2012 in Polen und der Ukraine ausgerichtet wird. Natürlich sind die Fußballstadien noch nicht fertig gebaut, aber in der Ukraine vertraut man auf ein beliebtes Sprichwort: Am Ende wird alles gut.

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Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 30. Juni 2011 um 22:30 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Auslandshilfe abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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© Sebastian Hautli