Naser Kahlil – Freiburger Männercafé für Flüchtlinge

Vor zehn Jahren kam Naser Khalil (47) nach Deutschland. In seiner  Heimat Syrien hat er sich nicht mehr sicher und wohl gefühlt. Als palästinensische Familie hat man in Syrien nicht die gleichen Rechte wie „Einheimische“ und muss sich als Ausländer im eigenen Land fühlen. In Deutschland angekommen war jedoch auch nicht alles so einfach: eine schwierige Sprache musste gelernt und das Bewegen in einer anderen Kultur mit anderen Menschen geübt werden.

Das ist zehn Jahre her. In wenigen Wochen schließt Khalil nun sein Studium der Islamwissenschaften, Judaistik und Geschichte mit dem Magister ab, er ist ein Musterbeispiel für gelungene Integration. Seine Erfahrungen gibt er heute weiter an Flüchtlinge, die er im Männercafé des DRK-Kreisverbands Freiburg betreut. Darunter viele Asylbewerber aus dem Nahen Osten. Das Problem dieser Menschen: ihr Status als Asylbewerber. Sie dürfen bis zur Entscheidung über ihren Verbleib weder arbeiten noch Sprachkurse besuchen. Dieses zur Untätigkeit Verdammtsein bereitet viele Probleme, die Naser Khalil zu lösen versucht.

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Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 30. November 2010 um 22:30 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Flüchtlingshilfe abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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3 Comments »

  1. Ein in vielfacher Hinsicht interessantes Interview. Zum einen die Tatsache, dass Naser Khalil den Zustand des „nicht dazu gehörens“ in ganz verschiedenen Ländern und Kulturen erlebt hat und daraus eben nicht Passivität und Rückzug oder Aggression ableitet, sondern das Gegenteil: Vorwärtsgehen und den Willen zur Integration. Zum anderen, dass er, der vermutlich genug mit eigenen Schwierigkeiten zu zu tun hatte und vielleicht noch hat, sich dafür einsetzt, andere zu unterstützen, ihre Probleme anzugehen und zu überwinden. Das verdient viel Respekt. Ein „Brückenbauer“ zwischen vielen Kulturen. Seine Beschreibung der zur Passivität gezwungenen Asylbewerber zeigt deutlich, was – letztlich für uns alle – zählt: Die Freiheit, über sein Leben selbst entscheiden zu können. Wir in Deutschland mit deutschen Pässen vergessen manchmal den Wert, den es hat, einen wie es heißt „gesicherten Rechtsstatus“ zu haben. Ich freue mich sehr, dass Naser Kahlil für das Rote Kreuz in Freiburg arbeitet. Im Grunde repräsentiert er genau die Idee unserer Organisation und das, woran wir arbeiten und wo wir noch viel tun müssen: Interkulturalität und Hilfe zur Integration in neue Lebenssituationen.

    Comment: Andreas Formella – 04. Dezember 2010 @ 12:24

  2. Ein sehr beeindruckendes Interview. Respekt vor der Leistung von Herrn Khalil!

    Comment: Carola R. – 27. Dezember 2010 @ 12:10

  3. Ich bin begeistert von so einer tollen Einstellung, wie die von Herrn Khalil! Wenn alle Menschen in fremden Ländern sich so gut integrieren würden, hätte die Welt viele Probleme weniger. Tolle Leistung von Herrn Khalil. Und last but not least: Kompliment an Herrn Hautli, der die Interviews sehr kompetent und spannend führt. Schön, dass es diesen einzigartigen Podcast gibt.

    Comment: Fredy – 26. Januar 2011 @ 22:34

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© Sebastian Hautli